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Eisklettern im Gletscher

Nachdem die Höhlenforscher Fred Bétrisey und Hervé Krummenacher ihre Eishöhlenerkundung auf der Plaine Morte für den Tages-Anzeiger und damit für die Öffentlichkeit zugänglich machten, war auch das Interesse von Spitzenalpinist Dani Arnold geweckt. Als wir Mitte Dezember losziehen, sind wir skeptisch – denn bereits ist viel Schnee gefallen. Viele der Eingangslöcher in den Gletscher sind verstopft. Nur an einer Stelle sieht es so aus, als hätte der Schnee noch nicht ganz dicht gemacht. Dani wagt sich vorsichtig auf das halbwegs eingeschneite Loch zu. Vor ihm tut sich ein dunkler Schacht auf. Zum ersten Mal sei diese Gletschermühle zugänglich, sagen Fred und Hervé, welche die Plaine Morte kennen, wie sonst kaum jemand.

Wir seilen rund 50 Meter senkrecht in die Tiefe – an einen Ort, wo noch keine Menschenseele war. Unten setzen sich die Gänge horizontal fort: wir kriechen in schmalen Schächten auf den Pfaden, die das Schmelzwasser hier im Sommer schafft – als wir plötzlich auf Fels stossen. Dass wir den Felsgrund schon in einer relativ geringen Tiefen von rund 60 Metern antreffen, überrascht.  «Wenn man bedenkt, dass die Gletscher jedes Jahr meterweise an Dicke verlieren, so geht es wohl nicht mehr lange, bis man hier mit Turnschuhen hinläuft», meint Dani. Entstanden ist ein Video von 6 Minuten in Zusammarbeit mit dem Ausrüster Mammut und der Organisation POW (Protect Our Winters). Hier geht’s zum ganzen Blogbeitrag.

Bilder: Severin Karrer. Mehr Bilder gibt es hier.